
Meldung vom:
Kyoto Tower in Kyoto
Foto: Erik, Uni JenaKurse und Vereine
Kurse beziehungsweise Vorlesungen sind in Japan ganz anders gestaltet als in Deutschland/ Europa. Alle Kurse haben eine Anwesenheitspflicht, was bedeutet das man bei viermaligem unentschuldigten Fehlen durchfällt. Auf der anderen Seite sind die Prüfungen wesentlich leichter und einen Großteil der Note bekommt man bereits durch vollständige Anwesenheit, Hausaufgaben und einen Vortrag (60-80% der Note in vielen Fällen). Allerdings bietet es sich an Japanisch vorher zu Lernen, da abgesehen von den amerikanischen Studenten so gut wie niemand auf Englisch kommunizieren kann. Als Empfehlung zum Verstehen würde ich JLPT N2 bis N1 Hörverstehen anpeilen um normalen Konversationen (zwischen 2 Japaner*innen) folgen zu können, das Sprechen lernt man mit der Zeit dort. Leseverstehen und Grammatik sind besonders nützlich um die Materialien in den Kursen schnell aufzunehmen und nicht in den Vorlesungen zu sehr hinterherzuhängen. Nach Absprache mit der japanischen Programmleiterin sind alle Lerner*innen, die zumindest Hiragana/Katakana lesen und schreiben können herzlich eingeladen an dem Programm teilzunehmen (Es gibt 5 verschiedene Stufen für das Sprachprogramm). Außerdem gibt es sehr viele Vereine und Clubs an der Chubu Universität, in denen man Kontakte knüpfen kann und das gelernte Japanisch auch außerhalb der Vorlesungen anwenden und aufnehmen kann. Ich habe am Training des rikujokyogibu (Leichtathletik-Club) teilgenommen und kann diesen nur wärmstens empfehlen. Dort habe ich sehr viel ”Jugendsprache” gelernt und viele Freundschaften geschlossen.
Kinkakuji (Der goldene Turm) in Kyoto
Foto: Erik, Uni JenaAusflüge
Bei Teilnahme an dem Sprach und Kultur Programm wird es 3 Ausflüge geben, die Ziele sind abhängig vom Start im Winter oder Sommersemester. Wir waren im Winter in Kyoto und Seto und haben dort viele Tempel, Schreine und die jeweiligen Stadtzentren besucht. Wobei die Städte bei Nacht tatsächlich sehr interessant sind und das Leben dort wirklich nach Feierabend aufblüht. Auch in Nagoya selbst (30 Minuten mit der JR (Japanese Railways, ÖPNV) zur Hauptstation in nagoya) ist viel zu Sehen und es gibt ein florierendes Nachtleben im Sakae Distrikt.
Unagidon teishoku (Gerösteter Aal mit Beilagen) in Seto
Foto: Erik, Uni JenaTipps und Hinweise
Als Tipps würde ich wie bereits erwähnt empfehlen, die eigenen Japanischkenntnise vorzubereiten um zumindest grundlegende Kanji (N4-N3) lesen zu können, sowie Grundlagen der Unterhaltung zu beherrschen um das alltägliche Leben alleine zu bestreiten zu können. Bargeld wird dringend benöigt und es empfiehlt sich, hier eine Kreditkarte (Visa, Master etc. werden fast überall angenommen) mit kostenloser Auszahlungsfunktion. Zudem empfiehlt es sich grundlegende Verhaltensregeln im ÖPNV, im Straßenverkehr, beim Einkaufen und beim Umgang in der Universität nachzulesen. Durch die eher ”ländliche” Lage (Kasugai hat immerhin noch 300.000 Einwohner) ist die Chubu Universität ideal um Japanisch zu lernen, da man sozusagen fast gezwungen ist ständig Japanisch zu benutzen. Abschließend finde ich, dass ich sehr als Person gewachsen bin und dieses eine Semester das beste Semester aus den 9 Semestern war, die ich an der FSU verbracht habe.