Kinkakuji (Der goldene Turm) in Kyoto

Chubu University

Wintersemester 2024/25
Kinkakuji (Der goldene Turm) in Kyoto
Foto: Erik, Uni Jena

Erik, Master Wirtschaftsinformatik

Rahmenbedingungen

Ich habe von September 2024 bis Ende Januar 2025 mein Auslandssemester an der Chubu Universitat in Kasugai verbracht. Das Wohnheim wurde bereits vor Ankunft bezahlt und es wird ein Zimmer (circa 10-20m2) gestellt. Das Wohnheim an sich ist sehr groß, mit 3 Etagen und einem sehr geräumigen Wohn/Esszimmer das als Ort für gemeinsamen Sozialisierung genutzt wird. Eine Küche mit Platz für jeden Bewohner gibt es auch. Die Zusammensetzung der Bewohner sind 3 Tutoren, also normale japanische Studenten, die als Helfer im Alltag fungieren. Alle anderen sind Austauschstudenten, die dort zwischen 5 und 11 Monaten sind. Die meisten kommen aus China, gefolgt von Korea und dann den restlichen Partner Universitäten der Chubu weltweit. Ein Fahrrad kann man sich sehr billig (umgerechnet 25 Euro für ein Semester) ausleihen.

Standort und Alltag

Die Universität und das Wohnheim (auf dem Campus) sind auf einem Hügel gelegen. Die Stadt beziehungsweise der Stadtteil Kasugai ist im Osten von Nagoya, der viertgrößten Stadt in Japan, gelegen. Rund um die Universität gibt es viele Kneipen (Izakayas), kleine Supermärkte (Konbinis) und auch viele kleinere Restaurants und Imbisse (z.Bsp. Okonomiyaki etc.), bei welchen man sehr erschwinglich essen kann. Die Universität selbst hat auf dem Campus 2 Konbinis und 3 Kantinen, welche gutes Essen anbieten.

Kyoto Tower in Kyoto

Foto: Erik, Uni Jena

Kurse und Vereine

Kurse beziehungsweise Vorlesungen sind in Japan ganz anders gestaltet als in Deutschland/ Europa. Alle Kurse haben eine Anwesenheitspflicht, was bedeutet das man bei viermaligem unentschuldigten Fehlen durchfällt. Auf der anderen Seite sind die Prüfungen wesentlich leichter und einen Großteil der Note bekommt man bereits durch vollständige Anwesenheit, Hausaufgaben und einen Vortrag (60-80% der Note in vielen Fällen). Allerdings bietet es sich an Japanisch vorher zu Lernen, da abgesehen von den amerikanischen Studenten so gut wie niemand auf Englisch kommunizieren kann. Als Empfehlung zum Verstehen würde ich JLPT N2 bis N1 Hörverstehen anpeilen um normalen Konversationen (zwischen 2 Japaner*innen) folgen zu können, das Sprechen lernt man mit der Zeit dort. Leseverstehen und Grammatik sind besonders nützlich um die Materialien in den Kursen schnell aufzunehmen und nicht in den Vorlesungen zu sehr hinterherzuhängen. Nach Absprache mit der japanischen Programmleiterin sind alle Lerner*innen, die zumindest Hiragana/Katakana lesen und schreiben können herzlich eingeladen an dem Programm teilzunehmen (Es gibt 5 verschiedene Stufen für das Sprachprogramm). Außerdem gibt es sehr viele Vereine und Clubs an der Chubu Universität, in denen man Kontakte knüpfen kann und das gelernte Japanisch auch außerhalb der Vorlesungen anwenden und aufnehmen kann. Ich habe am Training des rikujokyogibu (Leichtathletik-Club) teilgenommen und kann diesen nur wärmstens empfehlen. Dort habe ich sehr viel ”Jugendsprache” gelernt und viele Freundschaften geschlossen.

Kinkakuji (Der goldene Turm) in Kyoto

Foto: Erik, Uni Jena

Ausflüge

Bei Teilnahme an dem Sprach und Kultur Programm wird es 3 Ausflüge geben, die Ziele sind abhängig vom Start im Winter oder Sommersemester. Wir waren im Winter in Kyoto und Seto und haben dort viele Tempel, Schreine und die jeweiligen Stadtzentren besucht. Wobei die Städte bei Nacht tatsächlich sehr interessant sind und das Leben dort wirklich nach Feierabend aufblüht. Auch in Nagoya selbst (30 Minuten mit der JR (Japanese Railways, ÖPNV) zur Hauptstation in nagoya) ist viel zu Sehen und es gibt ein florierendes Nachtleben im Sakae Distrikt.

Unagidon teishoku (Gerösteter Aal mit Beilagen) in Seto

Foto: Erik, Uni Jena

Tipps und Hinweise

Als Tipps würde ich wie bereits erwähnt empfehlen, die eigenen Japanischkenntnise vorzubereiten um zumindest grundlegende Kanji (N4-N3) lesen zu können, sowie Grundlagen der Unterhaltung zu beherrschen um das alltägliche Leben alleine zu bestreiten zu können. Bargeld wird dringend benöigt und es empfiehlt sich, hier eine Kreditkarte (Visa, Master etc. werden fast überall angenommen) mit kostenloser Auszahlungsfunktion. Zudem empfiehlt es sich grundlegende Verhaltensregeln im ÖPNV, im Straßenverkehr, beim Einkaufen und beim Umgang in der Universität nachzulesen. Durch die eher ”ländliche” Lage (Kasugai hat immerhin noch 300.000 Einwohner) ist die Chubu Universität ideal um Japanisch zu lernen, da man sozusagen fast gezwungen ist ständig Japanisch zu benutzen. Abschließend finde ich, dass ich sehr als Person gewachsen bin und dieses eine Semester das beste Semester aus den 9 Semestern war, die ich an der FSU verbracht habe.